Paul's Blog

GTM ist ein Orchestrierungs-Problem

Geschrieben von Paul Vorsmann | 18.02.2026 23:00:00

In fast jedem Unternehmen, das ich von innen sehe, passiert dasselbe: Marketing feiert seine Kontaktzahlen. Vertrieb sagt, die Kontakte taugen nichts. Und Service sitzt daneben und räumt auf, was beide hinterlassen. Drei Teams, drei Dashboards, drei Wahrheiten. Und am Ende wundert sich die Geschäftsführung, warum der Umsatz nicht steigt.

Marketing misst Leads.
Sales misst Deals.
Service misst Tickets.

Und niemand misst den Kunden.

Wenn ich jedes Team an seiner eigenen Metrik messe, optimiert jedes Team auf seine Metrik.
Das klingt erstmal logisch. Ist es auch, für die Abteilung.
Aber nicht fürs Unternehmen.

Marketing kann die Anzahl an qualifizierten Kontakten verdoppeln.
Während der Gesamtumsatz nicht steigt.
Weil der Vertrieb das gar nicht verarbeiten kann.
Oder weil die Qualität nicht stimmt.
Oder weil die Übergabe so schlecht ist, dass die Hälfte im Nirgendwo landet.

Der Grund ist erstmal egal.
Das Ergebnis ist dasselbe: Jede Abteilung liefert ihre Zahl, aber das Unternehmen wächst nicht.

Marketing feiert sich für Kontakte. Vertrieb beschwert sich über Kontakte. Service räumt auf, was beide hinterlassen.

Jetzt dreh das mal um.

Was passiert, wenn man Marketing und Vertrieb zusammen misst?
Wenn beide am gleichen Umsatzziel hängen?

Dann müssen sie zusammenarbeiten.
Dann redet Marketing plötzlich mit dem Vertrieb darüber, welche Kontakte wirklich kaufen.
Dann schaut der Vertrieb auf den Content, der Kunden anzieht, statt ihn zu ignorieren.
Dann wird über Qualität geredet, nicht über Menge.

Dann entstehen ganz andere Dynamiken.
Nicht weil man bessere Tools hat. Sondern weil die Anreize stimmen.

GTM ist kein Kampagnen-Problem.
GTM ist ein Orchestrierungs-Problem.

Tools addieren sich. Systeme multiplizieren.
Aber nur, wenn man sie als Ganzes misst.

Die Frage ist nicht: Wie viele qualifizierte Kontakte hat Marketing geliefert?
Sondern: Wie viel Umsatz hat das gesamte Go-to-Market-System produziert?

Wer diese Frage stellt, baut ein anderes Unternehmen.